Bemerkenswerte Stellungnahme der Tagungsleitung der IDT 2022 zum Angriffskrieg in der Ukraine

Die Tagungsleitung der IDT 2022 hat sich auf bemerkenswerte Weise zum Angriffskrieg der Russischen Förderation in der Ukraine positioniert: https://www.idt-2022.at/site/home/blog/article/21.html. Der Krieg wird unmissverständlich und unzweideutig verurteilt; und es wird erwartet, „dass die Teilnehmer*innen der IDT 2022 – unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft, ihrem Tätigkeitsort oder ihrer institutionellen Zugehörigkeit – unsere Position einer eindeutigen Verurteilung des Angriffskrieges in der Ukraine teilen.“ Zugleich wird betont: „Wir schließen keine Personen aufgrund ihrer Staatsbürgerschaft oder ihres Tätigkeitsortes von einer Teilnahme an der IDT aus.“ Auf diese Weise wird ein klares politisches Zeichen gesetzt (das einzig mögliche), es wird aber auch und zugleich der fatalen Tendenz entgegengetreten, Menschen mit russischer Staatsangehörigkeit eine automatische Identifikation mit der Politik der russischen Staatsführung zu unterstellen und sie durch die Aussperrung von allen möglichen Veranstaltungen für diese Politik zu bestrafen. Ein solches Vorgehen schließt Staatsangehörigkeit und Gesinnung kurz – eine homogenisierende, komplexitätsreduzierende und nicht zuletzt entmündigende Praxis, gegen die das Fach Deutsch als Fremd- und Zweitsprache seit langem theoretisch fundiert Einspruch erhebt. Es ist mutig, an diesem gut begründeten Einspruch in einer Situation wie der aktuellen festzuhalten. Aber auch konsequent. Und notwendig für ein Fach, dem es ganz wesentlich um die Sensibilisierung für Komplexität und Vielfalt geht.